§ 240 HGB – Inventar

§ 240 HGB: Gesetzestext

§ 240 HGB: Gesetzestext

Das Inventar ist eine Zusammenstellung, die in § 240 HGB definiert wird. Das Inventar ist immer stichtagsbezogen, das heißt es spiegelt die Situation an einem konkreten Datum wider. In Abgrenzung zum Inventar bezeichnet man den Prozess der Erstellung dieser Zusammenstellung als Inventur. Inventar meint dabei eine Auflistung des Bargeldes, der sonstigen Vermögensgegenständen, der Forderungen, Schulden und der Grundstücke, die dem Unternehmen des Kaufmanns zugeordnet sind. Darüber hinaus muss auch der Wert der einzelnen Vermögensgegenständen und Schulden angegeben werden.

§ 240 HGB und das Geschäftsjahr

Der Kaufmann muss laut § 240 HGB Abs. 2 am Beginn und am Ende eines jeden Geschäftsjahres ein solches Inventar erstellen. Das Geschäftsjahr wird dabei in der Art definiert, dass es nicht länger als zwölf Monate sein darf. Der Kaufmann hat darauf zu achten, dass die Erstellung des Inventars innerhalb einer ordnungsmäßigen Zeit erfolgen muss. Laut herrschender Meinung ist damit maximal eine Abweichung vom Stichtag plus/minus zehn Tagen gemeint. Hintergrund für so eine Kulanzreglung ist die Tatsache, dass unter Umständen die Erstellung des Inventars an einem Tag unmöglich ist.

§ 240 HGB und Vereinfachungen bei der Erstellung des Inventars

Im dritten Absatz des § 240 HGB ist im Gesetz eine Erleichterung normiert, die aber nur für Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens – also damit fallen immaterielle Anlagevermögen und Schulden raus – gilt. Diese Erleichterung gilt auch für bestimmte Roh-. Hilfs-, und Betriebsstoffe – also Umlaufvermögen – unter der Bedingung, dass diese in regelmäßigen Abständen ersetzt werden und insofern der gesamte Wert für die Unternehmung eine nachrangige Bedeutung aufweist.

Die letzte Voraussetzung, die für die Anwendung der Vereinfachung gegeben sein muss, betrifft die Veränderungen des Bestandes in quantitativer und qualitativer Hinsicht sowie in Hinsicht auf die Zusammensetzung. Diese dürfen nur geringen Veränderungen unterliegen.

Wenn diese Anforderungen vorliegen, darf nach § 240 HGB ein Festwert angesetzt werden. Trotzdem ist nach drei Jahren eine Inventur durchzuführen. Ein Beispiel für eine Sachanlage, für die das Festwertverfahren nach § 240 HGB in Betracht kommt, ist die Bettwäsche in einem Hotel.

In Absatz 4 des Paragraphen ist ein weiteres Verfahren zur Inventurvereinfachung normiert. Es handelt sich um die Gruppenbewertung. Dieses Verfahren steht in Widerspruch zum Grundsatz der Einzelbewertung. Es ist beschränkt auf gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens – also einer Unterkategorie des Umlaufvermögens – und auf andere annähernd gleichwertige oder gleichartige bewegliche – somit fallen Grundstücke und Gebäude raus –Vermögensgegenstände und Schulden. Diese können jeweils – also jede definierte Gruppe für sich – mit einem gewogenen Durchschnitt im Inventar niedergeschrieben werden.

 

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